In weiten Teilen des Westens der USA ist völlig unerwartet der Winter samt Schnee eingekehrt. Wo sonst Spitzenwerte von 40 Grad Celsius den Tag bestimmen, sind nun Winterjacken und Schneeschaufeln nötig; Berge sind gezuckert, Kakteen eingeschneit, der Grand Canyon ein Winterwunderland für Fotografen. In Phoenix im Bundestaat Arizona lag der niedrigste Temperaturwert zuletzt bei minus 1 Grad Celsius - so kalt war es dort seit fünf Jahren nicht mehr. Normalerweise liegen die Temperaturen im Januar tagsüber bei 19 Grad Celsius, nachts bei etwa 4 Grad Celsius. 

Schnee gab es in der Wüste Arizonas zuletzt vor 29 Jahren

Gleichzeitig fiel Schnee. Zuletzt schneite es in der Wüste von Arizona im Jahr 1990. In der Gegend um Tucson fielen 15 Zentimeter, in Los Alamos bis zu 46 Zentimeter und in New Mexico waren es sogar rund 51 Zentimeter. Für die Region rund um die Stadt Las Vegas hat der Nationale Wetterdienst eine Frostwarnung herausgegeben. In Albuquerque in New Mexiko sorgte der Kälteeinbruch dafür, dass viele Schulen und Regierungsbehörden geschlossen blieben. Im gesamten Westen der USA sorgten eisglatte Straßen verstärkt für Verkehrsunfälle. 

Tief sorgt für eingeschneite Wüste

Grund für den Wintereinbruch ist scheinbar ein vorübergehendes Tief. In den kommenden Wochen sollen sich die Temperaturen aber wieder normalisieren – und Arizona wandelt sich vom Winterwunderland wieder zur Wüste. 

Schnee in diesen Regionen der USA ist nicht völlig unbekannt, aber äußerst selten. Forscher vermuten, dass solche Wetterphänomene aufgrund des Klimawandels häufiger und in verstärkter Form vorkommen werden.