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Die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage halten in Bayern weiter die Einsatzkräfte in Atem und neuer Schnee kündigt sich bereits an. Mehr als 1000 Helfer waren laut Behörden am Freitag in den südlichen Landkreisen von Oberbayern im Einsatz. Weitere waren auf dem Weg in die Alpenregion. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen der Katastrophenfall. An etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen rief am Freitagvormittag den Katastrophenalarm aus. Die Behörde übernehme die Koordination der Hilfs- und Rettungseinsätze. Für die oberbayerischen Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und Teile des Berchtesgadener Lands galt bereits der Katastrophenalarm.

Ausfälle bei der Bahn und am Flughafen

Wegen verschneiter Gleise blieb der Regionalverkehr vielerorts eingestellt. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus. Am Münchner Flughafen wurden am Freitag wetterbedingt 90 Flüge gestrichen. Für mehrere Stunden saßen Auto- und Lastwagenfahrer in der Nacht zum Freitag auf der Autobahn 8 fest: Schneeglätte und ein querstehender Lastwagen brachten den Verkehr am Chiemsee komplett zum Erliegen. An diesem Sonntag erwarten Meteorologen kräftigen Schneefall im Alpenraum und dem Bayerischen Wald.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Tod eines neunjährigen Jungen im winterlich verschneiten Bayern ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Merkel spreche den Angehörigen ihr Beileid aus, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. Der Neunjährige war am Donnerstag bei München von einem Baum erschlagen worden, der unter seiner hohen Schneelast umgestürzt war.

Notfalls mehr Einsatzkräfte

«Die Kanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung dankt allen Helferinnen und Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten für ihren Einsatz», sagte Demmer. Sie sicherte zu, dass die Zahl der Einsatzkräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW) oder Bundespolizei notfalls aufgestockt werden könne.